Ausstellung: Hubert Fischlhammer

Am 11. Dezember 2020 hat der gebürtige Rieder Maler und Grafiker Hubert Fischlhammer seinen 95. Geburtstag gefeiert. Nach dem Lockdown startet das Museum Innviertler Volkskundehaus mit einer Ausstellung von Werken aus den letzten Schaffensjahren des Künstlers in die neue Ausstellungssaison.

Zeichnen und Malen waren Hubert Fischlhammer in die Wiege gelegt. Der angesehene Rieder Maler Wilhelm Dachauer ebnete ihm nach der Grundschule den Weg an die Münchner Akademie.

Schwierige Zeitumstände, Arbeits- und Militärdienst machten aber ein Studium bald unmöglich. Als der im Krieg Verwundete 1945 heimkam, hatte der Brotberuf Vorrang. Sein künstlerisches Bemühen hat Fischlhammer aber nie aufgegeben.

1962 an der Salzburger Sommerakademie erhielt er durch Professor Slavi Soucek Impulse, die für seine Entwicklung entscheidend waren. Er hatte auch Kontakt zu einer französischen Kunstschule, ein angebotenes Paris-Stipendium konnte er aber aus beruflichen Gründen nicht annehmen.

Es waren Jahre härtester Kunstübung in mehreren graphischen Techniken, vor allem in der Monotypie. Die Suche nach der ihm wesensgemäßen Form hat ihn früh die Grenzen zur Abstraktion überschreiten lassen, die Bilder wurden zu „reiner Schöpfung“. Den lokalen Erfolgen am Anfang folgte bald überregionale Anerkennung.

Seit 1974 lebt Hubert Fischlhammer in Wien, 1984 wurde ihm der Professorentitel verliehen.

In den späten Achtzigerjahren verschlechterte sich sein Sehvermögen, die Augen mussten immer näher an die Arbeitsfläche heran, Fischlhammer konnte nur mehr Miniaturenmalen – die „Bilder aus Lakonien“ wurden von der Kritik als kleinformatige „Ikonen“ bezeichnet.

Eine geglückte Augenoperation rettete ihn 1991 vor dem Erblinden.

Als er wieder gut sehen und auch reisen konnte, haben ihn nordafrikanische Landschaften und die expressive afrikanische Kunst sehr interessiert. Formen und Zeichen aus diesen Kulturen hat er in seinen Bildern subjektiv gedeutet.

2005 musste Hubert Fischlhammer eine lebensbedrohende Krankheit durchleiden. Seine subjektiven Beklemmungen und die Angst gegenüber der Leere und Nichtigkeit verarbeitete Fischlhammer in mehreren Bildzyklen.

Von Anfang an hat sich Hubert Fischlhammer bei seinen Monodrucken und dann in seiner Malerei dafür entschieden, dass seine Bilder auch als Metaphern funktionieren sollen. Sie sind mit persönlichen Symbolen, Fundstücken aus derNatur und Strukturen konstruiert, sodass sie Analogien zur Wirklichkeitsuggerieren. Die aufgeklebten Alltagsfunde ermöglichen auch ein überraschendesSpiel mit Illusionen: Gemaltes wirkt wie collagiert und umgekehrt. DasBildvokabular ist einerseits archaisch-einfach, andererseits lyrisch in denDetails. In manchen Bilderfolgen stellt Fischlhammer dem Chaos in der Naturstrenge geometrische Formen gegenüber, malt in sparsamen Farbvaleurs seineReflexionen vom Werden und Vergehen.

www.fischlhammer.at